Historisches Bild vom Moskaubad-Freibad

Historie

Geschichte des Moskaubades

Bereits 1925 beschloss der Rat der Stadt Osnabrück auf dem Gelände „In der Moskau“, im Herzen Osnabrücks, ein Freibad zu errichten. Als Teil der “Bauten der Gemeinschaft” der Weimarer Republik war es das Ziel, Erholung, Sport, Gesundheit und Hygiene für alle zugänglich zu machen und einen “Ort der edlen Körperpflege” zu schaffen. 

Rund 120 Erwerbslose fanden während der Bauzeit eine vorübergehende Beschäftigung und haben unter der Leitung des damaligen Stadtbaumeisters Friedrich Lehmann 1926 in nur drei Monaten Bauzeit das 100 Meter lange Hauptbecken, sowie das angrenzende Frauenbad, das Familienbad (Jungenbecken) und den Nichtschwimmerbereich in Handarbeit ausgehoben. Zusätzlich wurde eine parallel verlaufende Tribüne, die dem Bad bis heute sein charakteristisches Erscheinungsbild verleiht, sowie ein 10-Meter-Sprungturm erbaut. Die seitlichen Türme an der Tribüne waren zur Eröffnung jedoch noch nicht vollständig fertiggestellt und wurden erst später vollendet.

Am 7. August 1926 wurde das Freibad, trotz strömenden Regens, feierlich eröffnet. Bereits wenige Wochen später, am 5. September kam es mit 10.000 Besuchern zum ersten Rekord. Und auch in den Wintermonaten blieb das Bad ein beliebter Treffpunkt. Für 20 Pfennig konnten die Besucherinnen und Besucher auf den zugefrorenen Becken Schlittschuhlaufen. 

In den 1930er Jahren erlebte das Bad dann seine ersten baulichen und politischen Änderungen. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele 1936 in Berlin teilte man das 100-Meter-Becken in drei kleinere Wettkampfbecken auf. Unabhängig davon erhielt das Moskaubad durch die Nationalsozialisten den Namen „Neustädter Freibad“. Für viele Osnabrückerinnen und Osnabrücker blieb es jedoch weiterhin ihr Moskaubad.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ deutliche Spuren. Doch trotz schwerer Beschädigungen konnte das Bad nach Kriegsende unter britischer Verwaltung wieder instandgesetzt und bereits 1946 erneut für die Bevölkerung geöffnet.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Moskaubad stetig weiter. In den 1950er Jahren wurde der Sprungturm auf Bitten der Schwimmvereine, neu errichtet, die Anlage modernisiert und die Verantwortung für die Bäder an die Stadtwerke übertragen. 

1976 feierte das Bad sein 50-jähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt hatten bereits über sechs Millionen Menschen das Moskaubad besucht. In den 1980er Jahren wurde das Angebot durch eine 83-Meter lange Wasserrutsche erweitert, bevor in den 1990er Jahren eine umfassende Sanierung und Neugestaltung des Bads folgte. Mit neuen Attraktionen wie einem Wellenbecken, einer Regengrotte und modernen Rutschen sowie der 1998 eröffneten Schwimmhalle mit Variobecken entwickelte sich das Bad zu einem ganzjährig nutzbaren Freizeitbad. Im Zuge dieses Umbaus erhielt das Bad auch endlich offiziell seinen ursprünglichen Namen zurück.

Seit Mitte der 2000er Jahre gehören der Frühjahrs- und der Herbstflohmarkt fest zum Moskaubad. Sie finden jeweils kurz vor dem Start und nach dem Ende der Badesaison statt und haben sich über die Jahre fest etabliert.

2016 kam mit dem „Dschungel“ ein Kletter- und Seilparcours ins Bad, der vor allem Familien ein weiteres Erlebnis bietet. Und auch heute wird das Angebot im Moskaubad mit Attraktionen wie der Springrutsche „Snake Jump“ stets erweitert.

Mit dem Blick auf das 100-jährige Bestehen wird deutlich, wie sehr sich das Moskaubad über die Jahrzehnte verändert und zugleich seine Bedeutung bewahrt hat. Generationen von Osnabrückerinnen und Osnabrückern haben hier schwimmen gelernt, ihre Freizeit verbracht und Erinnerungen gesammelt. Was einst als Ort für Gesundheit und Erholung entstand, ist bis heute ein lebendiger Treffpunkt geblieben. Das Moskaubad verbindet Geschichte und Gegenwart und wird auch in Zukunft ein fester Bestandteil des städtischen Lebens sein. 


Namensherkunft

Woher hat das Moskaubad seinen Namen?

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